Integration von anerkannten Flüchtlingen in Tirol:
Analyse der gegenwärtigen Praxis unter dem Aspekt der Bekämpfung struktureller Diskriminierung und Unterdrückung
Kristin Fetz BA
Der empirische Teil meiner Bachelorarbeit soll die gegenwärtige Praxis der Integration von anerkannten Flüchtlingen in Tirol analysieren. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei auf vorhandene Angebote, die anerkannte Flüchtlinge im Rahmen der Integration bzw. Startbegleitung nach Asylanerkennung beraten und betreuen. Dabei will ich einen Bezug zur theoretischen Bachelorarbeit herstellen, indem ich aufzeige, inwiefern Integration ein Aufgabenfeld Sozialer Arbeit darstellt und wer sich bei der Bekämpfung struktureller Diskriminierung und Unterdrückung zuständig fühlt.
Aufbauend auf meine Forschungsfragen wurden leitfadengestützte, problemzentrierte ExpertInneninterviews geführt, welche auf Tonband aufgezeichnet wurden. Nach der Transkription habe ich das gewonnene Datenmaterial mittels der Technik der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertert. Die Darstellung und Interpretation relevanter Ergebnisse meiner empirischen Forschung sind Schwerpunkt dieser Arbeit.
Haupterkenntnisse dieser Arbeit sind zusammenfassend, dass die Betreuung und Beratung von anerkannten Flüchtlingen und die Unterstützung bei der Integration in Tirol nur unzureichend stattfindet, da die von öffentlicher Hand zur Verfügung gestellten Ressourcen nur die Hilfestellung bei der Befriedigung existentieller Bedürfnisse ermöglicht.
ExpertInnen beklagen zahlreiche Hürden und Barrieren v.a. in der Handhabung von Gesetzen und Regelungen durch Verantwortliche in Behörden und Ämtern. Die Bekämpfung dieser diskriminierenden und unterdrückenden Strukturen wird von BeraterInnen und BetreuerInnen als Auftrag im Rahmen ihrer Tätigkeit gesehen, findet aber nur ansatzweise statt.
Mein Forschungsprozess verschaffte mir Einblick in die Praxis der Flüchtlingsbetreuung in Tirol, welche sich derzeit sehr dürftig gestaltet. Dies veranlasste mich dazu, als Erbegnis meiner Forschung Forderungen an Expertinnen, politische Verantwortliche sowie die österreichische Gesellschaft zu formulieren.
