Analyse der Wohnsituation von AsylwerberInnen in
Tirol – Ergebnisse einer Gruppendiskussion

 Carina Scheiber, BA

 

Das Wesentliche der vorliegenden Arbeit liegt darin, die Wohnsituation von AsylwerberInnen
in Österreich zu erfassen. Dabei wurde eine Gruppendiskussion mit AsylwerberInnen
durchgeführt. AsylwerberInnen sind auf diesem Gebiet selbst die ExpertInnen und können
die Situation in Asylheimen und in Privatunterkünften am Besten schildern. Es geht darum
Erfahrungen innerhalb einer Gruppe zu diskutieren und heraus zu finden welche
Unterbringungsform für die Gruppe als geeigneter erscheint.
Die Arbeit gliedert sich in drei Bereiche. Der erste Teil widmet sich den Fragestellungen, der
Forschungsmethode und der Auswertung. Die Ergebnisse und Diskussion der
Gruppendiskussion bilden den zweiten Block der Bachelorarbeit. Dabei wurde
herausgefunden, dass Asylheime von den Betroffenen großteils als sehr negativ empfunden
werden. Vor allem Faktoren wie fehlende Privatsphäre, Autonomie und vorherrschende
Kontrolle und Disziplinierung sowie finanzielle und räumliche Bedingungen in Asylheimen
beeinträchtigen die alltägliche Lebensführung. Darüber hinaus wurde die
Unterbringungspolitik der Flüchtlingskoordination als disziplinierend und restriktiv
wahrgenommen. Hingegen werden Privatwohnungen als bessere Unterbringungsform
gesehen. Des Weiteren widmet sich auch ein kleiner Teil dieser Arbeit der Wahrnehmung von
AsylwerberInnen in der Gesellschaft. AsylwerberInnen erleben ihre Situation in der
Gesellschaft als sehr machtlos, wertlos und Vorurteil behaftet. Diese Wahrnehmungen
deuten auf eine Unterdrückung und Marginalisierung der Gruppe AsylwerberInnen hin. Dies
wurde im letzten Teil der Arbeit ausführlicher erarbeitet und mit der Theorie der strukturellen
sozialen Arbeit verknüpft.

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