Die Wohnsituation von AsylwerberInnen in Österreich --
Vergleichende Betrachtung von Asylheimen und
Privatunterkünften
Carina Scheiber, BA
In Österreich erfolgt die Unterbringung von AsylwerberInnen in Asylheimen oder in
Privatwohnungen. Die neun Bundesländer bevorzugen, auch aufgrund unterschiedlicher
Landesgesetze, unterschiedliche Unterbringungsformen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt
sich mit den persönlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der beiden
Unterbringungsformen und geht dabei auf die wesentlichen Vor- und Nachteile ein. Die
Erkenntnisse, die aus einer umfangreichen Literaturrecherche gewonnen werden konnten,
zeigen, dass beide Unterbringungsformen ihre Schwächen aufweisen. Vor allem aber die
Unterbringung in Asylheimen wirkt sich für die persönliche Situation von AsylwerberInnen
negativ aus. Gleichwohl dürfen die Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft nicht
unterschätzt werden. Bei der zweiten Unterbringungsform in privaten Wohnungen erweisen
sich die Rahmenbedingungen, speziell das verfügbare Geld, als entscheidender Faktor ob
das Wohnen adäquat ist. Bei knappen finanziellen Mitteln werden AsylwerberInnen in
prekäre Wohnverhältnisse gezwungen. Es kann allerdings davon ausgegangen werden,
dass private Wohnungen unter zufriedenstellenden Bedingungen, also zentrale Lage,
genügend Wohnfläche und angebrachte Ausstattung, sich positiv auf die Gesamtgesellschaft
und die vieldiskutierte Forderung nach Integration auswirken. Durch private Wohnungen wird
nämlich der Kontakt zwischen AsylwerberInnen und der ortsansässigen Bevölkerung eher
ermöglicht als in Asylheimen, wo AsylwerberInnen als homogene und fremde Masse
gesehen werden.
Die momentane Unterbringungspolitik in Österreich kann nicht als sozial gerecht betrachtet
werden und ist folglich ein Aufgabenfeld der Sozialen Arbeit. Es werden Handlungsansätze
aus der Strukturellen Sozialen Arbeit, deren Ziel soziale Gerechtigkeit ist, erörtert.
