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Zweimal Schubhaft

Posted by Carina Scheiber
Carina Scheiber
BA Carina Scheiber ist Rechtsberaterin im Bereich AsylG, Fremdenpolizeigesetz un
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on Wednesday, 07 December 2011 in Beratungsalltag

 

Gestern waren wir in der Schubhaft. Mit einem Dolmetscher und einer neuen Mitarbeiterin. Als wir gegen Abend die Bundespolizeidirektion Innsbruck betraten war es schon dunkel. Von einer Sicherheitskontrolle zur nächsten. Ein Polizist bringt uns schließlich in seinen Worten zum „Häftling“. Eine Haft für was genau?

Die Gründe für die Haft: Überschreitung einer konstruierte Demarkationslinie.

Der junge Mann aus einem ostafrikanischen Bürgerkriegsland wartete ein halbes Jahr in einem Flüchtlingslager in Italien ohne zu wissen ob sein Asylverfahren überhaupt zugelassen war. Er suchte nun in Österreich um Schutz an. 

Wir bekamen einen Beratungsraum. Nach einigen Minuten ist dann auch der „Häftling“ eingetreten. T-Shirt (kurze Ärmel, weiß und verschmutzt), knielange Hose und dazu Flip Flops. Wir waren gerade dabei unsere Winterjacke auszuziehen und sitzen im warmen Pullover da. Ich fragte ob er denn nichts zum Anziehen hat. Er sagte, dass sind die einzigen Kleidungsstücke seit Libyen. Ich machte die Polizisten auf diesen Umstand aufmerksam, da sie diesen offensichtlichen übersehen hatten. Diese entgegneten mir, sie hätten keinen Zugang zum Kleidungsschrank und normalerweise mache dies der Pfarrer. Mit Nachdruck vergewisserte ich mich, ob sie dies hoffentlich umgehend machen werden.

Heute war ich erneut in der Schubhaft um ihm Kleidung vorbei zu bringen. Er kam in denselben Klamotten die er schon seit Monaten trug. Er freute sich mich zu sehen und freute sich über die Zigaretten und die Kleidung. Der VMÖ (Verein Menschenrechte Österreich), dessen MitarbeiterInnen normalerweise neben dem katholischen Seelsorger für die Betreuung verantwortlich sind, erklärte mir, dass die Polizisten sehr wohl Zugang zum Kleidungsschrank haben. Als ich einen Polizisten traf, hat er mir gesagt, dass dies mit der Kleidungsbesorgung für den Mann erledigt sei. Dabei dachte ich mir, wäre es wirklich erledigt, dann hätte der Mann doch einen Pullover bzw. Socken an.

 

Trotz der neuerlichen Veränderung in Bezug auf unsere Arbeit durch die Fördermittel des BMI (die BMI geförderte Verschlechterung unserer Arbeitsqualität) hat es den Vorteil, dass solche unmenschlichen Behandlungen in Tirol und solche Mechanismen durchbrochen werden können.

 

Wir werden diese Missstände nun aktiv an die Öffentlichkeit bringen und das ist ein guter Antrieb!

 

 

Tags: Neu
BA Carina Scheiber ist Rechtsberaterin im Bereich AsylG, Fremdenpolizeigesetz und für Niederlassungsfragen bei der unabhängigen Rechtsberatung Tirol
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Comments

Andreas Karrer
Andreas Karrer
Andreas Karrer ist Sozialarbeiter und Mitglied im "Verein zur Förderung der Unab
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Andreas Karrer Thursday, 08 December 2011

Zugang zur Schubhaft...

Danke für deinen traurigen Bericht. Das zeigt umso mehr, wie wichtig dieser Zugang in die Schubhaft ist. Wo kein Kläger da kein Richter... zumindest war das so... bis jetzt.

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Guest
Guest Saturday, 19 May 2012